Peter Danov wurde am 12.07.1864 in Nikolaevka, Bulgarien, geboren. Sein Vater war ein orthodoxer Geistlicher und ein Vorkampfer fur die geistige Wiedergeburt Bulgariens vor und nach der Befreiung von der 500 jahrigen Turkenherrschaft. Die sanfte und liebevolle Mutter sowie die christlich-religiose Atmosphare in der Familie als Gegensatz zu der wahrend seiner Kindheit vorhandenen physischen und geistigen Unterdruckung der osmanischen Herrscher im Land pragten all die moralischen Werte Danovs, die spater Generationen zu beeinflussen vermochten und heute noch weiter beinflussen.
Nach dem Gymnasium tritt Peter Danov von Orthodoxie zum Protestantismus uber. In seinen spateren Vortragen ist dieselbe ursprungliche Wirkungskraft zu finden, die die lutherische Neuauslegung der christlichen Botschaft kennzeichnet.
Der junge Peter Danov unterrichtet zunachst funf Jahre lang als Volksschullehrer – so konnte er sich schon sehr fruh seinen Landsleuten in einer fur die Wiederherstellung des nationalen Selbstbewu?tseins wichtigen Zeit voll widmen. Es ist kennzeichnend, da? die ersten Lebens- und Jugendjahre Peter Danovs im Zeichen einer Umbruchszeit nicht nur fur seine Heimat sondern auch fur Gesamteuropa und die Welt standen.
Im Jahre 1888 begann sein Theologie- und Medizinstudium in der Hauptstadt des Staates Wisconsin – Madison – USA. Uber die sieben Aufenthaltsjahre dort gibt es jedoch wenig Information. Vermutlich ist ihm aber schon damals seine Lebensaufgabe klar geworden: in seinem Heimatland Bulgarien als geistiger Lehrer und 'Diener' seiner Mitmenschen tatig zu sein. Spater wird sich immer wieder zeigen, da? sich Danov bei diesem Vorhaben von den beiden dialektisch aufeinander bezogenen Ansatzen leiten la?t: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr uber alle Dinge und niemand untertan" und "Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan"- die hier angefuhrte lutherische Deutung der christlichen Existenz als Freiheit im Glauben und Dienst der Liebe wird zu einem der Grundprinzipien des Lebens und der Lehre Peter Danovs. 1895 erfolgt seine Ruckkehr nach Bulgarien. Infolge einer 'gottlichen Erleuchtung' und nach einer dreijahrigen selbsgewahlten Isolation, wahrend derer er wahrscheinlich die Form und die theoretischen Grundlagen seiner zukunftigen Tatigkeit entwarf, widmete der junge Danov im wahrsten Sinne des Wortes sein Leben und Wirken einer Lehre, dessen Begrunder und geistiger Fuhrer er bis zu seinem Tod am 28.12.1944 war.
Im Jahre 1896 veroffentlicht Peter Danov sein erstes Buch 'Wissenschaft und Erziehung', das als erster Ausdruck seiner religiosen und philosophischen Weltansichten uber die Natur, den Menschen und Gott zu betrachten ist. Ansatzweise findet man hier schon alle Grundprinzipien der Lehre, die spater nach dem Namen Danov 'Danovismus' genannt wurde. Parallel dazu ubte Peter Danov seine arztliche und auf Naturheilverfahren beruhende Tatigkeit aus, die vor allem dem einfachen Volk galt. Die Predigten, die er hielt – zunachst in der ehemaligen Hauptstadt Veliko Tarnovo und in anderen kleineren Stadten, spater – seit 1904 – in der neuen Hauptstadt Sofia – gewannen immer mehr Anhanger, gleichzeitig aber auch manche Gegner. Nach und nach entstand eine Bewegung von Gleichgesinnten, Schulern und Anhangern der Lehre Danovs, die als die 'Wei?e Bruderschaft' (der wei?en Kleidung wegen) bekannt wurde. Die Bedeutsamkeit und die Anziehungskraft der Lehre, die Verbreitung in die verschiedensten Gesellschaftsschichten in Bulgarien und im Ausland, nahmen unmittelbar nach den Kriegen (dem ersten Weltkrieg und den anderen auf dem Balkan gefuhrten Kriegen) wesentlich zu. Die Nachkriegszeit, besonders die 20er Jahre, erwies sich uberall in Europa und in der Welt als ein fruchtbarer Boden fur Okkultismus und Mystizismus. Religiose Bewegungen dieser und ahnlicher Art wurden neubelebt, um den Mi?geschicken, der Not und der geistigen Leere einen Gegenpol zu setzen, um dem Menschen mit seinen Problemen aus der Misere herauszuhelfen durch eine Predigt der Liebe, der Wahrheit und durch die verlockende Perspektive einer Vereinigung mit dem alleliebenden, alles beschutzenden und uberall anwesenden, also pantheistisch verstandenen Gott. Die Realisierung einer hoheren vernunftigen Existenz hier auf der Erde wurde als etwas in den Handen der einzelnen Personlichkeit Liegendes, das durch deren Erziehung und Selbst-vervollkommnung in Erfullung gehen kann, dargestellt. Der praktisch-erzieherische und ethische Charakter der Lehre Danovs, die Auslegung der Bibel mit Hilfe von Gleichnissen, die aus dem Leben des einfachen Menschen stammten – dabei nimmt Danov haufig ein Motto oder ein Zitat aus der Heiligen Schrift zum Anla? seiner Predigten und schreibt sich damit in die schon aus dem Mittelalter (Meister Eckhart) bestehende Bibelinterpretation ein –, das Vorbild 'des Lehrers' ('des Meisters') selbst, wie die Schuler und die Anhanger Peter Danov nannten und die dessen irdische Erscheinung als vorausbestimmt und nicht zufallig betrachteten, erklaren die au?ergewohnliche Popularitat und Wirkung seiner Lehre.
Der 'Lehrer' hielt seine Vortrage personlich und offentlich jeden Sonntag au?erhalb der Stadt Sofia, wo mehr freier Raum fur die zahlreichen Zuhorer war, und spater in speziell aufgebauten und schlicht eingerichteten Raumen in einem Stadtteil namens 'Isgrev' (auf deutsch 'Sonnenaufgang'). Der standige Wohnsitz Peter Danovs und das Zentrum der 'Wei?en Bruderschaft' war Sofia. Die Schuler und die Anhanger erlebten gemeinsam das Erwachen der Natur, sie horten sich den Vortrag des Lehrers an und durch Musik und Bewegung versuchten sie eins mit Gott und Natur zu werden. Der Lehrer hat selbst musiziert (er spielte hervorragend Geige) und komponiert. Als sein Werk gilt auch die Paneurhythmie – eine neue Bewegungskunst, die, von Musik und Meditation begleitet, eine Harmonie mit den positiven kosmischen Einflussen und der lebendigen Natur anstrebt. Alle von Danov entworfenen 28 Tanze der Paneurhythmie sind ein Ausdruck des gottlichen Anfangs und eine Quelle, die Leben, Liebe, Ideen, Kraft, Freude und Schonheit dem menschlichen Dasein spendet.
Peter Danovs Lehre legte einen sehr gro?en Wert auf die Erziehung und ma? den Institutionen Familie, an erster Stelle, und der Schule, an zweiter Stelle, die wichtigsten Rollen bei. Danov vertrat die Meinung, da? den Eltern, insbesondere der Mutter (Danov hob uberhaupt die einzigartige Position und, damit verbunden, die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft und in der Familie hervor), die gro?te Verantwortung zukommt, damit im elterlichen Haus der erste und entscheidendste Schritt zu einer Erziehung und spateren Selbstvervollkommnung im Zeichen der Liebe und der Toleranz getan werden kann. Nachdem er eine 'esoterische' Schule grundete (im Jahre 1922), unterrichtete er bis 1944 gleichzeitig zwei Klassen und es gelang ihm, Nachfolger und Helfer auszubilden: mindestens zweimal in der Woche fanden Gesprache und Diskussionen statt, die verschiedene Themen aus dem individuellen und sozialen Leben zum Diskussionsstoff hatten.
Angaben uber die rednerische Kunst Danovs, uber seine hellseherischen Fahigkeiten und die au?ergewohnliche personliche Ausstrahlung finden sich in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen und Sympathisanten genauso wie in den zu Lebzeiten Danovs veroffentlichten Buchern mit seinen Vortragen. Deren Erscheinen ist ubrigens durch die Bemuhungen seiner Schuler ermoglicht worden, die die Vortrage aufgrund der eigenen Stenogramme zur Veroffentlichung vorbereitet haben (deshalb wirken auch die Bucher durch die Lebendigkeit der mundlichen Rede besonders stark). Diese Tatsache trug dazu bei, da? die Faszination der Lehre und die Popularitat des Lehrers schon damals die Grenzen des relativ kleinen Bulgariens uberschritten haben: Danov und die 'Wei?e Bruderschaft' waren in Jugoslawien, Finnland, Frankreich, Schweden, in der Schweiz, Italien, Japan, Amerika und anderswo bekannt. Gaste und Anhanger aus dem Ausland kommen bis zum heutigen Tage zu den alljahrlichen Versammlungen der 'Wei?en Bruderschaft' im Rilagebirge. Die rasche Verbreitung und Konstanz seiner Lehre bezeugen schon fruhe und neuere Ubersetzungen aus dem Bulgarischen ins Deutsche, ins Franzosische und ins Englische: Danov, Petar: Das hohe Ideal. (Ubers. J. Panajotov) Sofia 1929; Die Liebe. (Ubers. Th. Keremidtschieff), Sofia: Hofdruck, 1941; Der Meister spricht. Das Wort der hohen universalen Bruderschaft. (Ubers. Th. Keremidtschieff), Sofia: Hofdruck, 1941; Weizenkorn. Das Wort des Meisters Beinsa Douno. 1. Schrift, Munchen: Max Hueber Verlag 1982; Damit Sie das Leben haben. 1. Teil. (Ubers. V. Petkova), Hamburg: Angelov Edition, 1994; Deunov, Peter: Paneurythmie: echange rationnel avec les forces de la nature vivante. Paris: Le Grain de ble, 1976; Le sens de la vie: lumiere sur le chemin. Montlaur: Ed. Telesma, 1994; Les Paroles sacrees du Maitre: appel au disciple. /Beinca Douno/. Paris: le Courrier du livre, 1990. Danoff, Peter K.: The highest ideal. Introduction by W. Grablachoff. Chicago 1925. Beinsa Douno: The first day of love. Texts and songs by Beinsa Douno. Notes and translation by Atanas Slavov. Bethesda, MD: Sliabhair 1986. Peter Danov wird in einigen Bibliographien und bibliographischen Angaben auch unter seinem geistlichen Namen 'Beinsa Douno' verzeichnet.
Danov soll vor und wahrend des zweiten Weltkrieges seine pazifistischen Uberzeugungen in unmittelbarer Nahe des bulgarischen Zaren Boris durch seinen Anhanger und Schuler Ljubomir Lultschev, der zu dieser Zeit Zarenberater war, unterbreitet haben; Danov habe auch dazu beigetragen, da? die bulgarischen Juden vor Vernichtung bewahrt worden sind. Einige ihm nicht sehr wohlwollend gesinnte Kreise nannten Danov aber "den bulgarischen Rasputin" und griffen den Lehrer in Zeitschriften fur Psychologie und Philosophie scharf an, was mit der kritischen Einstellung Danovs zu Politik, Gewalt, Krieg und inhaltsleerem Philosophieren zu erklaren ist. Vor allem die marxistischen Philosophen damals und spater konnten und wollten nicht das gottliche Prinzip der Liebe in der Lehre Danovs akzeptieren, das automatisch den bewaffneten Klassenkampf verneinte und die von den Befurwortern dieses Kampfes vetretenen Ideale in zweifelhaftes Licht brachte – die Religion mit ihrer Idee von christlicher Nachstenliebe und Geduld wurde ja von Anfang an von der marxistischen Philosophie als "Opium fur das Volk" und als eine Versohnung mit den Klassengegensatzen gebrandmarkt. Die Vortrage Danovs konnten deswegen nur noch ein paar Jahre nach seinem Tode (bis 1950) auf dem Buchmarkt erscheinen, weil sich zu diesem Zeitpunkt die marxistische Philosophie schon als offizielle staatliche Doktrin etabliert hatte.
Da Danovs Predigten das Schicksal des einzelnen Menschen und des bulgarischen Volkes als Ganzes, dessen Not und Hoffnungslosigkeit unter anderem auch mit der egozentrischen und untauglichen Politik der Regierenden, die nach Danov eigentlich Menschen nicht mit vier, funf, sondern mit zehn Talenten sein sollten, erklarten, sowie indirekt die Heuchelei mancher Geistlicher blo?stellten, und eine andere Interpretationsweise der Heiligen Schrift anboten, wurde er von der offiziellen orthodoxen Kirche angegriffen und als Ketzer und Sektierer verurteilt. Der universale Charakter, die Toleranz anderen Religionen und Weltauffassungen gegenuber, die als Ziel die menschliche Vervollkommnung und Vereinigung mit Gott durch die allanwesende Liebe hatten, fanden dagegen Sympathie, Zustimmung und Anerkennung bei der in Bulgarien bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wirkenden Theosophischen Gesellschaft sowie bei der bulgarischen evangelischen Kirche. Die Angebote fur intensive Mitarbeit und gute Stellungen, durch die er seine geistigen Bestrebungen hatte leichter verwirklichen konnen, sowie ehrenvolle Rufe an auslandische Universitaten lehnte Peter Danov mit der Begrundung ab, da? ihm jegliche dogmatische Einschrankung der Freiheit fremd sei. Au?erdem konne er kein Gehalt annehmen, da man Gott ohne Bezahlung dienen musste.
Wenn man versucht das gesamte Wirken und das in uber dreihundert Schriften festgelegte Werk Danovs zu systematisieren und zu interpretieren, so mu? man dieses Phanomen sowohl im Kontext der geistlich-religiosen Bewegungen vom Ende des vorigen und Anfang des 20. Jahrhunderts als auch im Hinblick auf die Traditionsstrange der ostlichen Religionen (Buddhismus, Hinduismus) zu interpretieren versuchen. Im folgenden seien einige Grundsatze bzw. Hauptmerkmale angefuhrt, die Peter Danovs Lehre besonders eindeutig charakterisieren:
Aus den oberen, ganz schematisch angefuhrten Wesensmerkmalen der Lehre Danovs sowie aus den kritischen Ausfuhrungen uber die Bewegung der 'Wei?en Bruderschaft' kann man schlie?en, da? die Lehre sich selbst als eine Erweiterung der antiken okkult-mystischen Tradition der Hermeneutik und des Okkultismus und gleichzeitig der Theosophie und der Anthroposophie des 19. und des 20. Jahrhunderts ansieht. Die Aufgaben der Lehre bestehen in der Verfolgung folgender Ziele:
1) Die Werte der genannten Traditionen – naturgerechtes Leben, allumfassende Reinheit der Personlichkeit (Gedanken, Gefuhle, Korper) – in das gegenwartige Leben zu ubertragen; das Streben nach individueller Vervollkommnung; die Realisierung des menschlichen Lebens als Realisierung des Prinzips der Liebe; die Idee uber die allumfassende Sympathie und Harmonie und die regierende Rolle der Liebe in bezug auf das individuelle und auf das gesellschaftliche Dasein.
2) Eine neue Kultur der Zukunft zu schaffen, die als Grundlage die Vereinigung von Werten der existierenden Religionen hat.
Die Verwirklichung dieser beiden Aufgaben setzt voraus, da? im gro?en und ganzen die Tradition der indischen Philosophie fortgesetzt wird; sie findet ihren Platz in der Lehre Danovs durch die Theosophie, die mit dem Wesen seiner Weltansichten eng verbunden ist. Trotz der gemeinsamen Merkmale zwischen den Grundgedanken der Lehre Danovs und der indischen Philosophie und Religion – z. B. die Idee der Reinigung der Seele, der Selbstvervollkommnung und des Karmas, die Auffassung der Welt als eine aus miteinander harmonierenden Ebenen bestehende Einheit – zwischen diesen Positionen gibt es ohne Zweifel viele Unterschiede: Danov ist kein blinder Nachfolger und eifriger Guru-Verehrer, er ist ein bemerkenswerter Interpret. Einerseits ist Danov bestrebt, die erwahnten Prinzipien der indischen Religion und Philosophie in seine Lehre aufzunehmen, andererseits folgt er seinem Anliegen, jede dieser Wahrheiten und Weisheiten pragmatisch einzusetzen, d.h. sie an das bulgarische Gesellschafts- und Individualleben anzupassen, jedem klarzumachen, wie die abstraktesten Ideen und Verallgemeinerungen im Dasein und im Denken des einfachen Menschen zu realisieren sind. Die Einheit mit Gott und mit dem Kosmos ist auf dem Weg der eigenen personlichen Entwicklung und Vervollkommnung erreichbar. Genauso wie die lutherische Idee von der personlichen Wahl zwischen Gutem und Bosem ist auch dieses Bestreben eine individuelle Entscheidung.
Die Grundprinzipien der Lehre Danovs wurden von einigen fruheren Kritikern mi?verstanden und als pessimistisch und die Menschen der Tatenlosigkeit und dem Aberglauben ausliefernd verurteilt. Tatsachlich ist die Religions- und Lebensphilosophie Danovs allein durch eine positive und affirmative Ausrichtung gepragt: Es gibt nichts Lebensbejahenderes als das Symbol des Weizenkorns (dem ein ganzer Vortrag gewidmet wird), das die personliche Enwicklung verkorpert, nichts Positiveres und Mutmachenderes als der Gedanke, da? das Leiden, die Herausforderungen und die Versuchungen der Welt eine Notwendigkeit fur das Starkerwerden und die Vervollkommnung des menschlichen Geistes und der menschlichen Vernunft sind. Die Interpretation des Leidens als notwendiges und zu uberwindendes Hindernis auf dem Weg zur Verwirklichung des gottlichen Gesetzes, auf dem Weg zu der 'sechsten Rasse' (eine in jeder Hinsicht vollkommene Menschheit) besitzt einen hohen ethischen und moralischen Wert. Ein wichtiges Moment in der Lehre stellt ihre humanistische Seite, das Prinzip der gegenseitigen Bedingtheit und der friedlichen Koexistenz zwischen den Volkern dar: "Die ganze Menschheit ist ein einheitlicher Organismus, deshalb mu? ein jeder seine Tatigkeit zum Wohl dieses Organismus entfalten" (Aus einem Vortrag aus dem Jahr 1919). R. Steiner und seinen Anhangern ahnlich sah Danov im bulgarischen Volk (als zum Slaventum gehorend) und im deutschen Volk jenes lebenswichtige intellektuelle und gefuhlstragende Potential, jenen 'notwendigen und fruchtbaren Ackerboden', die zur vollen Entfaltung des "Weizenkorns" und damit zur Entwicklung der gesamten Menschheit bestimmt sind. Danovs Credo ist die Idee von einer universalen Bruderschaft im wahrsten Sinne des Wortes, wenn "alle ihre Waffen fallen lassen" und die Wohlgesonnenheit und die Nachstenliebe, die Weisheit und die Wahrheit uber ihre Antipoden einen endgultigen Sieg davongetragen haben.
Die lebensbejahende und die hoffnungstragende Lehre dieses bemerkenswerten Bulgaren hat nach der Wende in Bulgarien im November 1989 und wahrend der darauffolgenden Jahre des Umbruchs und der Suche nach neuen (in Wirklichkeit aber nach den ewigen) Werten und Wahrheiten an Aktualitat und Bedeutung wieder gewonnen. Dem modernen Menschen von heute, der in einer hochtechnisierten Zeit lebt, in einer Zeit, in der die Konflikte, die Kriege, das Leiden und die Unterdruckung immer noch prasent sind, stehen Wege offen, fur sich und damit fur die Gemeinschaft, in der er lebt, zu entscheiden, ob er den wahren und einzigen Sinn der Schopfung begreifen und erreichen will. Und bei dieser sowohl personlichen als auch fur den Rest der Menschheit geltenden Entscheidung konnte vielleicht die hier durch ein paar ausgewahlte Vortrage vorgestellte Lehre Peter Danovs eine Stutze und eine Lebenshilfe sein. Der Verlag 'Heliopol', der dieses Buch in deutscher Sprache vorbereitet hat, setzt sich zum Ziel, zusammen mit der Kulturassoziation 'Beinsa Douno' in Sofia die hier dargelegten Ideen der Danovschen Lehre einem interessierten Leserkreis zuganglich zu machen und hofft zugleich, dadurch den Leser ein Stuck weiter zu bringen auf seinem Weg zur Vervollkommnung, geistigem Wachstum und innerem Frieden.
Diana Slivkova